Pressestimmen

 

FN 24.04.17

FN 10.11.16

 

RFN 08.11.16

 

Stadt Land Fürth Internetseite

Seit mehr als 20 Jahren ist der Seniorenrat der Stadt Fürth wichtiger Impulsgeber und gefragter Ansprechpartner für die Belange älterer Menschen in der Kommune. Gerade auf dem Hintergrund der demographischen Entwicklung gewinnt die Arbeit des Seniorenrates an Bedeutung. Wir sprachen mit dem stellvertretenden Vorsitzenden Ulrich Schuberth.

Herr Schuberth, was macht eigentlich der Seniorenrat und was sind seine Aufgaben?

Grundsätzlich geht es uns um ein seniorengerechtes Fürth. Ein Fürth, in dem sich alle Altersgruppen und Menschen wohlfühlen können. Dazu gibt es im Seniorenrat fünf Arbeitsgruppen. Eine kümmert sich um Gesundheit, Ernährung und Verbraucherschutz, die zweite Arbeitsgruppe um Kultur, Teilhabe, Integration und Generationendialog. Die dritte Arbeitsgruppe beschäftigt sich mit den Themen Sicherheit und Verkehr, die vierte mit Stadtentwicklung und Stadtplanung, Natur und Umweltschutz. Die fünfte Arbeitsgruppe schließlich widmet sich dem Wohnen im Alter. Hier sind auch die Themen Soziales und Beratung angesiedelt.

Stichwort „Zuhause Wohnen im Alter“. Hier gab es ja eine Veranstaltung des Seniorenrates in Kooperation mit der Sparkasse Fürth. Worum ging es?

Das Themenspektrum war umfassend und reichte von Informationen zum altersgerechten Umbau der eigenen oder vermieteten Wohnung bis hin zu staatlichen Förderungsmaßnahmen und Finanzierungsmöglichkeiten. Wir wollten auf der einen Seite die Herausforderungen vom Wohnen im Alter zeigen, auf der anderen Seite aber auch Lösungswege präsentieren. Das ist uns geglückt und die Resonanz auf die Veranstaltung war überwältigend. Natürlich können alle, die die Veranstaltung nicht besuchen konnten, jederzeit im Seniorenbüro vorbeikommen und einen Termin vereinbaren, um weitere Fragen zu klären.

Betrifft altersgerechtes Wohnen primär nur bauliche Maßnahmen oder steckt noch etwas anderes dahinter?

Wir reden von „Wohnen im Alter“ als Ganzes. Es hängt grundsätzlich davon ab, wie der Mensch sich in dieses Alter hinein entwickelt – bleibt er gesund, wird er krank? Ich sehe da prinzipiell drei Wohnmöglichkeiten. Die Mehrzahl der Menschen, die alt werden, möchte in ihrer eigenen Wohnung alt werden. Sie möchten eine Wohnung vorfinden oder eine Wohnung so umbauen, in der sie auch im Alter den Umständen entsprechend bequem und soweit möglich selbstbestimmt leben können. Keine Stolperkanten, eine Dusche mit ebenerdigen „Einstieg“, möglichst keine Treppen, wenn Treppen, dann eventuell mit Treppenlift und Aufzug in den Häusern. Das kann recht aufwändig sein.

Die zweite Wohnstruktur ist das Pflege- oder Altenheim bzw. Betreutes Wohnen. In diesen Einrichtungen leben Menschen, die dieser Alters- und Bedürftigkeitsgruppe angehören. Es gibt aber auch eine dritte Wohnmöglichkeit, das „Mehrgenerationenwohnen“. Aufgelassene alte Bauernhöfe, die umgebaut werden könnten, oder Neubauten, die gleich so angelegt sind. Bedingt durch die demografische Herausforderung glaube ich nicht, dass sich Heime und Mehrgenerationen-Einrichtungen in genügender Anzahl für die weitere Zukunft sozialverträglich realisieren lassen. Da ist es besser von staatlicher Seite Möglichkeiten zu schaffen, im Alter in der eigenen Wohnung bleiben zu können und notwendige Umbauten zu bezuschussen. Hierfür gibt es heute schon Förderungen (oder Geldmittel) von der Landesbank und der KFW. Wichtig ist dabei auch das urbane Umfeld mit einzubeziehen. Wir denken in Fürth aktuell an Quartiere, sogenannte Stadtquartiere oder Stadtteile. Diese so zu organisieren, dass diese die Vorteile von dörflichen Strukturen haben, bei Beibehaltung des großzügigen städtischen Angebots wie z.B. Kultur, öffentlicher Nahverkehr oder ärztliche Versorgung. Hierfür braucht man in Städten anders als auf dem Land zentrale Anlaufstellen, sogenannte Quartiersmanagements, um Jung und Alt zusammen zu führen, sich kennen zu lernen, eigene Hilfe anbieten oder Hilfsmöglichkeiten erfragen zu können.

In Fürth ist man seit einem Jahr dabei ein städtisches Quartiersmanagement einzurichten, auf der Hardthöhe. Es gibt dort alte Menschen und junge Menschen, es gibt soziale Einrichtungen, Ärzte und Einkaufsmöglichkeiten, einen Runden Tisch Hardhöhe als Diskussionsforum, einen Nahverkehr und zentrale Treffpunkte. All das gehört natürlicherweise zu einem lebenswerten Quartier. Hier kann gegenseitig Hilfe geleistet werden, kann man sich austauschen und unterstützen. Mit Hilfe des Quartiersmanagements wird es den Hilfssuchenden und Hilfebietenden erleichtert sich zu finden und sich auszutauschen: Selbstbestimmtes Wohnen in der eigenen Wohnung wird auf diese Weise zu Mehrgenerationenwohnen (weil oben auch mehrmals so) innerhalb eines Quartiers gebracht.

Wie ist die Idee entstanden?

Die Idee ist schon älter. Vor knapp zwei Jahren aber wurde es konkret. Alle Beteiligten haben sich auf der Hardthöhe getroffen, haben sich ausgetauscht, Bedürfnisse und Anforderungen an ein seniorengerechten Stadtteil diskutiert und abgestimmt. Jetzt beginnt es zu leben, zu wachsen. Das ist ein Prozess. Und dann muss sich ja das noch in der gesamten Stadt fortpflanzen. 

Es gibt mittlerweile in der Fürther Südstadt einen Stadtteiltreff als soziale Anlaufstelle für Hilfesuchende und einen Runden Tisch Südstadt als Diskussionsforum für interessierte Einrichtungen. Hier ist die Caritas aktiv. Im Stadtteil „Eigenes Heim“ hat die Diakonie begonnen eine ähnliche Struktur wie auf der Hardhöhe zu schaffen. Der Anfang ist also gemacht.

Was sind die nächsten großen Aufgaben des Seniorenrates?

Ein wichtiger Punkt ist der Ausbau des sozialen Wohnungsbaus. Die Kommunen haben vor mehr als 20 Jahren aufgehört Sozialwohnungen zu bauen, das muss wieder zurückgeführt werden, auch um keinen Konflikt mit den Nachfragen nach bezahlbaren Wohnungen der in der Zwischenzeit zugewanderten Menschen aus Krisenregionen entstehen zu lassen.

Das zweite große Thema ist ein finanzierbarer öffentlicher Verkehr, also finanzierbar für alle Bürger. Die Städte werden überfüllt mit dem Individualverkehr, der öffentliche Verkehr könnte im Idealfall kostenlos sein. Warum? Damit Menschen, die alt sind, ihre Autos abschaffen und sich trotzdem bequem und frei bewegen können. Das ist eine wichtige Voraussetzung für Teilhabe am gesellschaftlichen Leben. Wir dürfen Menschen nicht ausgrenzen – das betrifft übrigens nicht nur ältere Menschen.

Ein weiterer wesentlicher Punkt sind Maßnahmen gegen die fortschreitende Altersarmut. Das heißt nicht, dass der Staat für alles aufkommen muss – das ist nicht realistisch auf dem Hintergrund der Bevölkerungsentwicklung. Schauen Sie, wir haben in Fürth im Augenblick einen Anteil von ca. 25 % an Senioren älter als 65 Jahre, das sind ca. 30.000 Bürgerinnen und Bürger. Der Anteil wird bis zum Jahr 2030 lt. heutiger Statistik auf 30 % anwachsen. Es wird heute auch darauf hingewiesen, dass im Jahr 2030 jedem zweiten Neurentner Altersarmut  droht. Daraus lässt sich ableiten, dass das gültige Rentensystem an seine Grenzen stößt. Also müssen wir auch die Eigeninitiative stärken und hierfür deutlich besser aufklären und informieren. Die Eigenvorsorge ist neben dem Umbau des Rentensystems, an dem alle paritätisch beteiligt sein sollten, ein ganz wesentliches Element zur Vermeidung von Altersarmut. Dazu gehört aber auch, dass z.B. Mieten und Nebenkosten, Kosten für den ÖPNV, Energiekosten usw. in eine ordentliche Symmetrie kommen. Das sind große Herausforderungen auch für die Kommunen.

Da haben Sie viele Punkte auf der Agenda. Ist das für den ehrenamtlichen Seniorenrat überhaupt leistbar?

Wir sind nur 30 Personen, davon fünf im Vorstand und fünf Arbeitsgruppenleiterinnen bzw. -leiter. Es ist also eine Menge Arbeit. Lassen Sie es mich so formulieren: Ich hatte früher offiziell eine 40-Stunden Woche, die auch nicht ausgereicht hat. Heute verbringe ich mehr als 20 Stunde pro Woche ehrenamtlich mit Themen rund um den Seniorenrat. Aber es macht Spaß und ich habe mich freiwillig dafür entschieden, weil ich etwas bewegen will und es selbst in die Hand nehmen möchte, Dinge im Interesse des Gemeinwohls zu verändern und anzustoßen.

Wer darf eigentlich in den Seniorenrat?

Alle Mitbürgerinnen und Mitbürger, die seit mindestens 3 Monaten den Hauptwohnsitz in Fürth gemeldet und das 59. Lebensjahr erreicht haben,  nicht bereits einer Volksvertretung angehören oder nach dem Gesetz ausgeschlossen sind. Diese dürfen sich von einer Vereinigung oder Einrichtung, die sich nichtkommerziell um die Belange der älteren Menschen kümmert und mindestens 7 Mitglieder hat, als Delegierte aufstellen lassen und auch zur Wahl stellen. Je 50 Mitglieder  kann 1 Delegierter benannt werden. r. In Fürth hatten wir das letzte Mal knapp 100 Delegierte, 30 davon wurden laut Satzung der Stadt Fürth in den Seniorenrat gewählt.

Ist der Seniorenrat eine freiwillige Einrichtung oder eine Pflichteinrichtung der Stadt Fürth

Eine freiwillige Einrichtung. Die Stadt Fürth, einschließlich des Stadtrates, war am Anfang nicht der Meinung, dass man einen Seniorenrat braucht. Damals hieß er noch nicht Seniorenrat, sondern Beirat – ein Beirat hat eine andere Funktion als ein Seniorenrat. Ein Beirat ist ein beratendes Gremium, das im Auftrag einer städtischen Einrichtung beratend tätig wird. Der Seniorenrat als öffentliche kommunale Einrichtung ist etwas weiter weg von der städtischen Einflussnahme, er agiert selbstständig, hat jedoch die Richtlinien und Vorschriften einer städtischen Einrichtung zu beachten. Er sucht sich seine Themen selbst, und schafft seine eigene Struktur. Das betrifft auch den Weg,  wie er diese Themen an „die Frau oder den Mann“ bringt, das heißt, wie er die städtische Organisation und den Stadtrat sensibilisiert, damit die Themen auch umgesetzt werden. Der Seniorenrat formuliert Anträge, Anfragen, Empfehlungen oder Stellungnahmen, denkt dabei die Zukunft, analysiert die Gegenwart in Bezug auf die oben genannten Themengebiete der Arbeitsgruppen und reicht diese über den Oberbürgermeister zur Behandlung ein.

Wird der Seniorenrat gehört?

Ich denke ja. Oder anders gesagt: Ich glaube die Stadt und die politischen Parteien wissen, was sie der Seniorenschaft schuldig sind. Wir sind eine zu große Interessensvertretung, die zudem noch kontinuierlich wächst, die kann niemand links liegen lassen. Wir stellen unsere Anträge usw. direkt an den Oberbürgermeister. Diese werden schriftlich formuliert, vom Oberbürgermeister an die Fraktionen oder Einzel-Stadträte zur Kenntnis gegeben bzw. im Stadtrat behandelt. Der OB ist verpflichtet, dem Seniorenrat innerhalb einer festgelegten Zeit eine Antwort zu geben. D.h. er muss es in seinen Gremien abarbeiten lassen. Und wenn diese der Meinung sind, dass der Stadtrat darüber entscheiden muss, dann entscheidet dieser in die eine oder andere Richtung.

Ich möchte mit den Worten unseres Vorsitzenden unsere Arbeit so zusammenfassen: „Wir können auf eine stolze Bilanz zurückblicken. Vieles wurde erreicht, doch es gibt noch viel zu tun – gehen wir es an.“

Herr Schuberth, wir danken für das Gespräch und wünschen Ihnen viel Erfolg.

 

 

FN 25.04.16

Fürth: Streit um Trampelpfad in der Willy-Brandt-Anlage

Forderungen reichen vom Asphaltieren bis zum Ansäen - 11.05.2016 21:00 Uhr

FÜRTH - An einem breiten Trampelpfad mitten in der Willy-Brandt-Anlage scheiden sich die Geister: Die einen möchten dort wieder eine Wiese haben, die anderen nutzen ihn gerne als Fuß- und Radweg und wieder andere würden ihn am liebsten asphaltieren lassen.

Letzteres hat ein Antrag des Seniorenrats im städtischen Bauausschuss gefordert. Denn: Würde dieses Stück „wilder Fahrradweg“ befestigt, gäbe es eine durchgehende und gut ausgebaute Rad-Verbindung vom Hornschuch-Center bis zur Jakobinenstraße. Das wiederum, so die Meinung der Senioren, würde den südlichen Gehsteig in der Nürnberger Straße entlasten, wo es immer wieder zu gefährlichen Situationen komme zwischen Fußgängern und Radlern, die den Fußweg mitbenutzen dürfen.

Mit seinem Vorstoß stellt sich der Seniorenrat ausgerechnet gegen das „Bündnis für Innenstadtgrün“, dem er selbst angehört. Der Zusammenschluss aus Bund Naturschutz (BN), Grünen, Sozialforum, dem Verein „Wir sind Fürth“ sowie einigen Anwohnern setzt sich schon seit längerem für eine Aufwertung der Willy-Brandt-Anlage ein. Auf gelben Hinweisschildern, die rund um die Grünfläche hängen, fordert das Bündnis „Radfahrer, Fußgänger, Freizeitsportler und Hundefreunde“ auf, nur die befestigten Wege und Gehsteige zu nutzen.

Im Bauausschuss sprang CSU-Mann Ronald Morawski dem Seniorenrat zur Seite. Der Trampelpfad, der vorbei am Biergarten des Lokals „Chilli’s“ bis zur Luisenstraße führt, sei eine „Abstimmung mit den Füßen“. Die Leute wollten diese Wegverbindung. Die Grünen hingegen verlangten, dort wieder Rasen anzusäen und die Anlage mit einem knöchelhohen Metallband zu schützen.

Schriftlich wandte sich der BN gegen die Asphaltierung. Der Weg schade dem Wurzelwerk der Bäume. Weder Radfahrer noch Fußgänger bräuchten ihn dringend, weil sie – wie eigentlich vorgesehen – die Königswarter- und die Rudolf-Breitscheid-Straße links und rechts der Grünfläche nutzen könnten.

Harald Riedel von den Grünen, der als Stadtrat für Fuß- und Radwege zuständig ist, schlug einen Kompromiss vor. Wenn die Stadt in einigen Jahren, wie geplant, die Willy-Brandt-Anlage sanieren möchte, könne er sich einen asphaltierten Streifen in der Mitte vorstellen. Allerdings unter der Voraussetzung, dass der Park dann nach links und rechts wachsen dürfe – zu Lasten der Stellplätze. Möglich werde das, weil die Stadt bis dahin ein Anwohnerparkhaus in der Gebhardtstraße errichtet haben wird.

Bis dahin, so meint auch Riedel, sei den Radfahrern zuzumuten, die beiden Straßen entlang der Grünanlage zu benutzen. Um das den Radlern schmackhaft zu machen, regte Riedel an, die Einbahnstraßenregelung in Königswarter- und Rudolf-Breitscheid-Straße zu ändern.

Eine Entscheidung hat der Bauausschuss vertagt. Stadtheimatpfleger Lothar Berthold will zunächst das Gespräch mit Senioren, Anwohnern und dem BN suchen, um zu vermitteln. Parallel ist das Rechtsamt der Stadt aktiv: Laut Baureferent Joachim Krauße wird geprüft, ob es genügt, am Trampelpfad ein Schild mit dem Hinweis „Benutzen auf eigene Gefahr“ aufzustellen, damit das Rathaus nicht für mögliche Unfallschäden haften muss. Sollte das nicht ausreichen, müsse man sich darüber unterhalten, so Krauße, den „wilden Weg“ umgehend zu sperren. 

JOHANNES ALLES

 

FN 25.04.16

FN 25.04.16

FN 02.12.15

 

Fürther Seniorenrat feiert demnächst 20. Geburtstag

Die rührige Fürther Interessenvertretung wird langsam erwachsen

FÜRTH - Als Sprachrohr der älteren Generation hat sich der städtische Seniorenrat in Fürth einen Namen gemacht. Bereits seit zwei Jahrzehnten engagiert sich das Gremium erfolgreich für die Interessen betagter Menschen. Zeugnis davon legt eine 60-seitige Broschüre ab, die einen Eindruck von der Bandbreite des ehrenamtlichen Einsatzes vermittelt.

OB Thomas Jung (v. li.) nimmt von Ulrich Schuberth, Alfons Kirchner, Hans Schwendinger, Erika Schneider, Horst Mayer und Reinhold Schulz die Broschüre entgegen. © Foto: Wunder

 

 

Im Zeichen des demographischen Wandels gewinnen Interessenvertretungen dieser Art immer mehr an Bedeutung. Die anfängliche Skepsis hinsichtlich der Notwendigkeit einer solchen Institution hat schnell der Überzeugung Platz gemacht, dass den Interessen der älteren Mitbürger nicht automatisch von der Reihe älterer Stadträte ausreichend Rechnung getragen wird. Schnell legte der Seniorenbeirat das einschränkende „bei“ ab.

Nicht nur in Fragen der Verkehrssicherheit und der Barrierefreiheit hat das Gremium wichtige Impulse gegeben. Wie in der Jubiläumsbroschüre aufgezeigt wird, sorgte es auch im Gesundheitsbereich und auf kulturellem Gebiet für neue Angebote. Ein aktueller Schwerpunkt liegt im sozialen Bereich. Dazu gehören etwa die Hilfe beim Beantragen von Sozialwohnungen, das Planen von Mehrgenerationen-Wohnanlagen, die Förderung des Dialogs zwischen Alt und Jung sowie der Einsatz für eine sozialverträgliche Tarifgestaltung im ÖPNV.

Allerdings dauerte es zehn Jahre, bis der Fürther Seniorenrat eigene Büroräume bei der städtischen Seniorenbeauftragten im Fürther Rathaus beziehen konnte. Nicht unumstritten war das Ausquartieren der Organisation 2013 ins Technische Rathaus. Nachdruck erfährt die Arbeit des Gremiums durch seine Mitgliedschaft in der Landesseniorenvertretung. Heuer erst wurde der Fürther Dr. Gerhard Grabner an die Spitze der Landesvertretung gewählt. Andererseits musste der Fürther Seniorenrat 2015 auch Abschied nehmen von einer seiner treibenden Kräfte. Im Juli starb sein Gründungsmitglied und langjähriger Vorsitzender Adolf Meister.

Die Servicemobile für Menschen mit Gehbehinderung auf dem städtischen Friedhof, Aufklärungskampagnen zur Sicherheit auf zwei Rädern und zum Schutz vor Kriminellen sind ebenso auf das Engagement der Seniorenräte zurückzuführen wie ein verbessertes Angebot öffentlicher Toiletten und eine spezielle Wohnraumberatung. Neben dem Freiwilligenzentrum stärken die neue Seniorenbeauftragte Christine Schmidt, die ebenfalls neue Behindertenbeauftragte Carmen Kirchner und die Quartiersmanagerin auf der Hardhöhe, Margit Lorenz, dem Seniorenrat den Rücken.

Gefeiert wird das Jubiläum am 13. Dezember von 15 bis 18.30 Uhr im kleinen Saal der Fürther Stadthalle. Der evangelische Pfarrer Rudolf Koch und der katholische Dekan André Hermany werden sich in einer sozialpolitischen Gesprächsrunde dem Thema Älterwerden widmen. 

Volker Dittmar

 

FN 22. Juli 2015

 

 

FN 16. Juni 2015

 

FN 15.April 2015

 

 

 

Sonntagsblitz 11.01.2015

                                  

 

 

Fürther Nachrichten 09.01.2015

                              

__________________________________________________________

 

 

Stadtzeitung Fürth  24.09.14

 

                                           

 

_________________________________________________________________

_______________________________________________________________________

Fürthernachrichten 10.07.14

Schnabuliermarkt-Gegner in Fürth sammeln sich

 

FÜRTH - Gegen die Schnabuliermarkt-Pläne in der Adenaueranlage regte sich von Anfang an Widerstand. Jetzt haben die Gegner ihre Reihen geschlossen. Das neue „Bündnis für Innenstadtgrün“ hat dabei nicht allein die Adenaueranlage im Blick.

Mit dem Klapphocker ins Grüne: In etwas mehr als einer Woche wollen die Bündnismitglieder die Adenaueranlage „Be-Sitzen“.

Mit dem Klapphocker ins Grüne: In etwas mehr als einer Woche wollen die Bündnismitglieder die Adenaueranlage „Be-Sitzen“. © THOMAS SCHERER

Klapphocker haben sie zum Pressetermin in die Grünanlage mitgebracht, sogar eine Holzbank. Die Sitzgelegenheiten sind ein Vorgeschmack auf eine kommende Aktion des „Bündnis für Innenstadtgrün“.

Unter diesem Namen haben sich die Gegner jenes Konzepts versammelt, das einen „Schnabuliermarkt“ – einen Markt mit saisonalem und regionalem Angebot sowie Gastronomie – in der Adenaueranlage vorsieht. Da wären der Bund Naturschutz, das Sozialforum, der Seniorenrat und der Verein „Wir sind Fürth“ (WsF), darunter sind aber auch Einzelpersonen wie der frühere CSU-Stadtrat Herbert Schlicht. Gegen einen solchen Markt habe niemand etwas einzuwenden, betonen sie, wohl aber gegen den Standort. „Wir wollen keinen bebauten Adenauerplatz, sondern eine Grünanlage“, gibt sich BN-Chef Reinhold Scheuerlein kämpferisc

Er und seine Mitstreiter wehren sich dagegen, dass der kleine Park zwischen Freiheit und Moststraße möglicherweise „zweckentfremdet“ werde. Zum wiederholten Mal argumentiert Scheuerlein damit, dass die stattlichen Bäume die Umsetzung der Pläne nicht überleben würden. „Der Wurzelbereich“, sagt Scheuerlein, „wird dadurch massiv belastet.“

Kein Platz für Kommerz?

 

Stephan Stadlbauer vom Sozialforum und Ulrich Schuberth vom Seniorenrat heben den großen Wert hervor, den die Anlage als Ruheort für die Menschen habe. Diese „Grüne Mitte“ dürfe nicht dem Kommerz unterworfen werden, so Stadlbauer. Kamran Salimi (WsF) bringt noch ein weiteres Argument ins Spiel: den Denkmalschutz. Die Grünanlage, sagt er, sei eines der letzten Zeitzeugnisse der Ludwigsbahn. Damals, so Salimi, war sie so etwas wie der Eingangsbereich für den längst abgerissenen alten Bahnhof, der nebenan auf der heutigen Freiheit stand.

Das ehemalige Gleisbett der Ludwigsbahn, den Grünstreifen zwischen Hornschuchpromenade und Königswarterstraße, hat das Bündnis ebenfalls im Blick. Als verlottert und heruntergekommen werten ihn die beiden Anwohner Elisabeth Imholz und Ernst-Ludwig Vogel. Mitschuld trage die Stadt, weil sie einen Teil des Areals Jahr für Jahr den Kirchweih-Schaustellern als Stellplatz überlässt. Schon vor vielen Jahren habe es einen Versuch gegeben, das Blatt zu wenden. Inzwischen habe das Grünflächenamt, so Vogel, aber vor der „mächtigen Schausteller-Lobby im Stadtrat“ kapituliert.

Vogel empört sich besonders darüber, dass das Schnabuliermarkt-Konzept dieses Grün als Parkstreifen für Autos vorsieht – mit der Begründung, es sei ungepflegt und nutzlos. Hier werden falsche Schlüsse gezogen, betont Vogel, und Reinhold Scheuerlein pflichtet bei: Das städtische Grün müsse geschützt werden, indem man es aufwertet

In den nächsten Wochen konzentriert sich das neue Bündnis aber zunächst auf die Adenaueranlage. Mit einer Unterschriftensammlung will man die Stadt dazu bringen, sie ohne Abstriche zu erhalten und für den Markt einen anderen Standort zu finden. Am Freitag, 18. Juli, sind alle Fürther aufgerufen, dieses Anliegen zu unterstützen. Unter dem Motto „Adenaueranlage Be-Sitzen“ sollen sie um 17 Uhr Hocker, Liegestühle oder Picknickdecken mitbringen, um deutlich zu machen, welchen Stellenwert das Areal für die Menschen habe. 

Johannes Alles

________________________________

 

Zwischen den Köchen liegen 60 Jahre

An drei Fürther Mittelschulen stehen Senioren gemeinsam mit Schülern am Herd - vor 2 Stunden

Diese Kochstunde werden Veronika Firtova (rechts) und ihre Mitschüler so schnell nicht vergessen: Reimar Löblein hatte seine Nudelmaschine mitgebracht.

Diese Kochstunde werden Veronika Firtova (rechts) und ihre Mitschüler so schnell nicht vergessen: Reimar Löblein hatte seine Nudelmaschine mitgebracht. © Thomas Scherer

Hans-Peter Haas ist ein Sonderfall. Bei ihm ist es noch gar nicht so lange her, dass er sich Tag für Tag auf den Weg zum Klassenzimmer machte. Aber Haas hatte sich ja auch für eine extralange Schulzeit entschieden: Bis 2011 war er Rektor der Pestalozzischule.

Weil er es auch im Ruhestand nicht zu ruhig haben möchte, engagiert er sich im Seniorenrat – und ergriff jetzt die Gelegenheit, für einen Nachmittag ins Schulleben zurückzukehren. Mit einigen Altersgenossen und ebenso vielen Schülern band er sich in der Hans-Sachs-Schule in Stadeln die Schürze um. Seit drei Jahren kommen hier Rentner und Mittelschüler zum Kochen zusammen. Die Senioren sind offenbar heiß begehrt: „Ich kann mich vor Kindern nicht retten“, sagt Ute Rögner, Fachlehrerin für Hauswirtschaftslehre. Ohne Scheu, erzählt sie, gehen die jungen Menschen auf die Gäste zu. „Ich denke, manchen fehlt einfach eine Oma oder ein Opa.“

Jeder Schüler darf sich einen Partner wählen, mit dem er Vorspeise, Hauptgericht oder Dessert zubereitet. Doch wie spricht man die älteren Herrschaften an? Rögner erinnert sich schmunzelnd an einen Jungen, der besonders höflich war und sein Gegenüber fragte: „Haben Sie die Ehre, mit mir zu kochen?“

Während der Kurs an der Hans-Sachs-Schule als Wahlfach angeboten wird, ist das Seniorenkochen an der Soldnerschule auf der Hardhöhe in den Hauswirtschaftsunterricht eingebettet. An der Kiderlinschule in der Südstadt wiederum war der Kurs bislang für die Ü-Klasse gedacht, also für Jungen und Mädchen, die erst seit kurzem in Deutschland leben. „Wir haben festgestellt, dass man beim Kochen wunderbar Deutsch lernen kann“, sagt Erika Schneider, die das Projekt als Seniorenrätin mitinitiiert hat. Dort gehen Alt und Jung auch gemeinsam einkaufen.

Regional, saisonal und preiswert soll das Menü sein, das am Ende aufgetischt wird. An der Hans-Sachs-Schule dürfen die Senioren und die Schüler abwechselnd den Speiseplan vorgeben. So können die Älteren ihr Wissen weitergeben und, das zumindest hofft Ute Rögner, den Appetit wecken auf Rosenkohl oder Rote Beete.

In Erinnerung bleiben wird dem Nachwuchs definitiv die Nudelmaschine, die einer der Senioren mitbrachte: „Die war das Highlight, so etwas hatte noch niemand gesehen“, sagt Haas. Selbstgemachte Nudeln wurden gekocht und mit den handelsüblichen verglichen. Das Fazit: Selbstgemachtes sei immer die beste Wahl – selbst wenn die Nudeln mitunter nicht sehr ansehnlich geraten. Eine „ausgesprochene Aufmerksamkeit“ hat Haas bei den jungen Menschen beobachtet. Und ein intensives Interesse: „Da wäre jeder Lehrer neidisch.“

Gerne würde der Seniorenrat das Projekt auf weitere Stadtteile ausweiten, sagt Gabriele Höfler, die seit kurzem den Ausschuss für Gesundheit des Seniorenrats leitet. Eine neue Schule wird ab Oktober dabei sein: Erstmals werden Senioren auf der Hardhöhe mit den Kindern der Grundschule Soldnerstraße kochen. Dabei kooperiert der Seniorenrat mit dem Gemeinde Hardhöhe Hilfenetz (GeH Hin), das eine Initiative der Heilig-Geist-Kirche und der Diakonie Fürth ist.

Fürther, die gerne mitkochen würden, können sich beim Seniorenrat melden unter Tel. 974 18 39. Immer wieder hat das Gremium auch Kochkurse nur für Senioren im Angebot.

Claudia Ziob

Fürther Nachrichten 09.07.14

___________________________________________________________________

 

Ein offenes Ohr für die älteren Fürther
 Der Seniorenrat macht sich mit neuen Ideen und großen Ambitionen an die Arbeit

Anfang des Jahres wurde der Senio­renrat neu gewählt. Im Gespräch mit den FN hat der Vorstand nun die wich­tigsten Herausforderungen der nächs­ten Zeit skizziert.
  FÜRTH — In einem Punkt geht es dem neuen Vorsitzenden Alfons Kirchner und seinem Team wie ihren Vorgängern: Immer noch ist man nicht ganz glücklich mit der neuen Adresse. Zwar habe es sich herumge­sprochen, dass der Seniorenrat nicht mehr im Rathaus, sondern im Techni­schen Rathaus (Hirschenstraße 2, Zimmer 029) zu finden ist. Doch der Weg zum barrierefreien Büro sei für viele ältere Fürther mühsamer als frü­her, als sie nur wenige Schritte von der Bushaltestelle gehen mussten. „Gehbehinderte kommen nur, wenn sie absolute Not haben“, sagt Kirch­ner. So fehle leider „der Austausch mit denen, die einfach so mal rein­schauen“. Von Vorteil hingegen sei, dass sich direkt nebenan der Behin­dertenrat befindet, denn viele Anlie­gen betreffen beide Gremien.
  Aus 19 Organisationen kommen die 30 Mitglieder, die den Senioren­rat für die nächsten drei Jahre bil­den. Etwa ein Drittel von ihnen sind neu dabei – so wie Hans-Peter Haas, der frühere Rektor der Pestalozzi­schule. Dem Vorstand gehören neben Alfons Kirchner seine Stellvertreter Gabi Höfler, Inge Hartosch und Ulrich Schubert an.
  Schriftführer ist Peter Göppl. Fünf Ausschüsse sollen sich künftig um die Anliegen kümmern, die ganz oben auf der Agenda stehen.
  Neu ist ein Ausschuss zum Thema Stadtent­wicklung und Umwelt­schutz: Prognosen zufol­ge werden im Jahr 2030 die Senioren 40 Prozent der Fürther Bevölke­rung ausmachen. „Dar­auf muss man sich ein­stellen“, sagt Kirchner.
  Die Stadtplaner müss­ten aus seiner Sicht im Hinterkopf haben, dass Seniorenwohnprojekte großflächig konzipiert werden müssen und dass Fürth „Grünan­lagen braucht, in denen sich ältere Menschen treffen können“ und in denen man ihnen Angebote zur Frei­zeitgestaltung macht.
  Dringend gelte es, den öffentlichen Personennahverkehr zu verbessern: „Der ÖPNV krankt an vielen Stellen.“ So sei etwa der Stadtpark nicht gut zu erreichen, ebenso wenig das elan an der Kapellenstraße und die dort ent­stehende Sporthalle. Auch die Pünkt­lichkeit der Busse lasse zu wünschen übrig – vor allem aber bereitet die neuerliche Fahrpreissteigerung ab Januar 2015 den ehrenamtlichen Seniorenvertretern Bauchschmer­zen: „Das fördert die Altersarmut“, sagt Kirchner. „Oder beeinträchtigt die Mobilität“, ergänzt Haas.
  Auch der Mangel an bezahlbarem Wohnraum treibt die Mitglieder um: Weil die Wohnung zu groß geworden ist, seien viele ältere Menschen auf der Suche nach einer kleineren – doch sie tun sich schwer, etwas Pas­sendes zu finden. Bedürftige Rentner erhalten zwar Unterstützung, die Stadt müsse allerdings sicherstellen, „dass es auch Wohnungen gibt, die sich mit dem Geld bezahlen lassen“, sagt Kirchner. Mehrgenerationen­wohnprojekte stehen ebenso auf dem Wunschzettel wie das seit langem geforderte seniorenpolitische Ge­samtkonzept. Auf den Nägeln brennt zudem „die Pflegesituation“: Hier sei es wichtig, ausländische Berufsab­schlüsse anzuerkennen, Altenpfleger besser zu bezahlen und mehr Heime so zu gestalten, dass Demenzkranke dort gut betreut werden.
  Daneben erhofft sich der Senioren­rat einen Bewusstseinswandel: Denn der Wunsch, so lange wie möglich in den eigenen vier Wänden zu wohnen, führe dazu, dass alte Menschen erst sehr spät in andere Wohnformen um­ziehen. Die meisten sind dann schon sehr gebrechlich – und können ihr Lebensumfeld nicht mehr mitgestal­ten. CLAUDIA ZIOB

 

___________________________________________________________________

 

 

 

Nach oben